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Die mit den Falken fliegen

FalkeAuf den Falken gekommen sind zwei Gleitschirmflieger aus Freiburg. Sie trainieren die Landefähigkeiten der Vögel und zwar in luftiger Höhe.

Während ihrer Flüge locken Nicole Strub und Christoph Bessei zwei trainierte Falken eines Falkners aus Waldkirch an. Angelockt werden die Vögel von rohem Fleisch Lohn für eine saubere Landung auf der Hand des Gleitschirmfliegers. Das Ganze dient dem Flugtraining der Falken.

 

Bericht und Grafik Badische Zeitung

 

 

Christoph Bessei nimmt Anlauf. Hinter ihm auf der Wiese auf dem Kandel steigt Schritt um Schritt der ausgebreitete Gleitschirm höher in die Luft. Ein paar Sprünge noch und Bessei hält die Fäden des Gleitschirms in der Hand, er fliegt. Nichts Ungewöhnliches für den 17-jährigen Gleitschirmflieger aus Freiburg. Bei diesem Flug aber wird er nicht alleine bleiben. Er bläst eine Pfeife – das ist das Kommando für Sissy. Von hinten nähert sich der Falke dem Flieger in der Luft. Schließlich landet er auf dem Falknerhandschuh, den Bessei an seiner Linken trägt. Daran befestigt ein totes Hühnerküken, über das sich Sissy hermacht.

 

Bessei und die Gleitschirmfliegerin Nicole Strub sind ihres Wissens nach die ersten Menschen in Deutschland, die sich einen Falken zum Fluggefährten auserkoren haben. Bei einem Urlaub in Nepal war Strub erstmals mit trainierten Geiern geflogen. Ein einmaliges Erlebnis, dachte sie damals. Doch der Zufall wollte es, dass sie auch in Deutschland mit Vögeln fliegen durfte. Heinz Scheuch, Falkner aus Waldkirch, fragte beim Gleitschirmverein DGFC Südschwarzwald an, ob es dort Flieger gebe, die mit zwei seiner jungen Falken trainieren möchten. Außer Nicole Strub meldete sich Christoph Bessei.

 

Ein intensives Training mit Sissy und Franz auf diese Namen haben die Gleitschirmflieger die Vögel getauft schloss sich an. Zu Beginn des Programms waren die Falken erst zehn Wochen alt. Bessei und Stube haben die Vögel zunächst frei fliegen lassen und sie erst am Abend wieder mit Pfiffen und Futter zu sich gelockt. Das klappte nicht immer auf Anhieb: Manchmal mussten die beiden eine ganze Stunde warten, ehe die Falken zu ihnen zurückkamen. Es sei für sie ein Erfolgserlebnis gewesen, als Franz und Sissy endlich das erste Mal auf der Hand gelandet sind, erinnert sich Bessei. Nicole Strub wird das damalige Geschrei der aufgeregten Vögel nicht vergessen. "Ich habe dann angefangen, ihnen die Vogelhochzeit vorzusingen", sagt Nicole Strub, "das beruhigt die Falken."

 

Als die Vögel Vertrauen zu beiden Fliegern entwickelt haben, setzten sie ihr Training auf der Gleitschirmflieger-Startbahn auf dem Kandel fort. Dort mussten sich Franz und Sissy erst an die Gleitschirme um sie herum und deren Knistern beim Aufsteigen gewöhnen. Nach drei Monaten wagte Bessei den ersten Flug mit einem Falken. Nicole Strub machte einen Tandem-Flug, bei dem ihr Mann der Pilot war, damit sie sich auf den Falken konzentrieren konnte. Drei Flüge sind es bislang für Christoph Bessei geworden. Einer für Nicole Strub. 20 Minuten verweilte Falke Franz dabei auf ihrer Schulter. Nun müssen sich die Flieger bis März gedulden, dann erst ist die Thermik wieder gut genug, um hoch steigen zu können. Was sie daran reizt, mit den Falken zu fliegen? Dass ein Vogel, der so viel besser fliegt als ein Mensch, sich zu ihnen gesellt, sagt Christoph Bessei. Und was haben die Falken davon? "Für die ist das ein gutes Flugtraining". So sieht es zumindest Falken-Vater Heinz Scheuch.